Trigger von Wulf Dorn

Titel: Trigger
Autor: Wulf Dorn
Seiten: 432
Verlag: Heyne
Erschienen: Oktober 2009
Einband: Taschenbuch
Preis: 9,99€

Klappentext:

Der Fall einer misshandelten Patientin wird für die Psychiaterin Ellen Roth zum Alptraum: Die Frau behauptet, vom Schwarzen Mann verfolgt zu werden. Kurz darauf verschwindet sie spurlos. Bei ihren Nachforschungen wird auch Ellen zum Ziel des Unbekannten. Er zwingt sie zu einer makaberen Schnitzeljagd um ihr Leben und um das ihrer Patientin. Für Ellen beginnt ein verzweifelter Kampf, bei dem sie niemandem mehr trauen kann. Immer tiefer gerät die Psychiaterin in ein Labyrinth aus Angst, Gewalt und Paranoia. Und das Ultimatum läuft …

Meine Meinung:

Schon lange wollte ich mal ein Buch von Wulf Dorn lesen und so habe ich mich für seinen Debütroman entschieden.

Dieses Buch bringt alles mit, was ein Psychothriller für mich haben muss und wird den lobenden Worten von Autoren wie Fitzek oder Eschbach, die bereits auf dem Umschlag prangen, durchaus gerecht.

Schon alleine den Schauplatz dieses Romans, eine psychiatrische Klinik, finde ich außerordentlich spannend, auch wenn das Rad damit sicherlich nicht neu erfunden wurde. Der Autor schafft es aber mit seinen Worten, die Orte und Handlungen bildlich vor mein inneres Auge zu zaubern und die Charaktere lebendig wirken zu lassen. Vor allem die Protagonistin Ellen wird sehr ausführlich beschrieben, man erfährt viele ihrer Gedanken und ihre inneren Dialoge, wodurch man das Gefühl bekommt, sie recht gut zu kennen. Der Schreibstil konnte mich wirklich begeistern und das Buch wurde, meines Erachtens, unglaublich gut recherchiert.

Sehr gut finde ich auch die Spannungskurve, die Wulf Dorn hier aufbaut. Schon zu Beginn der Geschichte kommen einige fragen auf, die ich unbedingt beantwortet haben wollte und somit in jeder freien Minute weitergelesen habe. Außerdem gibt es einige Wendungen, die ich absolut nicht vorhergesehen habe.

Ein paar wenige Stellen im Buch empfand ich zwar als etwas langatmig, aber unterm Strich ist Trigger ein gelungenes Debüt und macht Lust auf die anderen Bücher von Wulf Dorn.

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Saeculum von Ursula Poznanski

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Titel: Saeculum
Autor: Ursula Poznanski
Seiten: 496
Verlag: Loewe
Erschienen: Juni 2013
Preis: 9,95€

Klappentext:

Fünf Tage im tiefsten Wald, die nächste Ortschaft kilometerweit entfernt, leben wie im Mittelalter – ohne Strom, ohne Handy -, normalerweise wäre das nichts für Bastian. Dass er dennoch mitmacht bei dieser Reise in die Vergangenheit, liegt einzig und allein an Sandra. Als kurz vor der Abfahrt das Geheimnis um den Spielort gelüftet wird, fällt ein erster Schatten auf das Unternehmen: Das abgelegene Waldstück, in dem das Abenteuer stattfindet, soll verflucht sein.Was zunächst niemand ernst nimmt, scheint sich jedoch zu bewahrheiten, denn aus dem harmlosen Live-Rollenspiel wird plötzlich ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit. Liegt tatsächlich ein Fluch auf dem Wald?

Meine Meinung:

Saeculum ist das dritte Buch, das ich von Ursula Poznanski gelesen habe und da mir ihre Bücher Erebos und Fünf wirklich gut gefielen, ging ich mit recht hohen Erwartungen an dieses Buch heran, diese wurden nicht enttäuscht und die Autorin konnte mich einmal mehr von sich und ihrer Geschichte überzeugen. Vor allem das Thema Rollenspiel und Mittelalter fand ich schon im Vorhinein sehr interessant, da ich selbst recht häufig auf Mittelaltermärkten anzutreffen bin.

Auch in Saeculum erzählt Ursula Poznanski die Geschichte wieder in ihrer bekannten, fesselnden Art und ich konnte recht schnell voll und ganz in die Geschichte eintauchen und teilweise richtig mitfiebern, denn was harmlos beginnt, entwickelt sich rasch zu einem Horrortrip für die Rollenspieler. Den Anfang fand ich zwar etwas langatmig, aber sobald die Gruppe im Wald angekommen ist, steigt die Spannung.

Die Autorin schafft es, diese Spannung für mich das ganze Buch über zu erhalten und die Geschichte zügig voranzutreiben, ohne dass ich mich als Leser gehetzt fühlte. Insgesamt hatte das Buch eine recht beklemmende Atmosphäre, was mir richtig gut gefiel.

Besonders gut fand ich die Entwicklung der einzelnen Charaktere sowie die Gruppendynamik. Die Personen werden schon im ersten Kapitel so gut vorgestellt, dass ich mir eine Meinung über sie bilden konnte bzw. Sympathie, aber auch Antipathie, entwickeln konnte.

Bastian macht für mich die größte Entwicklung durch. Anfangs fand ich ihn ziemlich unscheinbar, ja sogar schon etwas langweilig. Im weiteren Verlauf der Geschichte nimmt er jedoch viele Dinge in die Hand und entwickelt etwas mehr Charakter, was ihn dann doch noch recht interessant macht.

Zum Ende hin fand ich jedoch einige Handlungen der verschiedenen Charaktere nicht ganz so realistisch bzw. konnte ich die Verhaltensweisen nicht immer ganz nachvollziehen.
Nichtsdestotrotz ist Saeculum durchweg lesenswert und spannend.

Die Zahlen der Toten von Linda Castillo

Titel: Die Zahlen der Toten
Autor: Linda Castillo
Seiten: 432
Verlag: Fischer
Erschienen im August 2010
Preis: 8,95€ (Taschenbuch)

Klappentext:
Die verstümmelte Leiche der jungen Frau liegt auf einem schneebedeckten Feld. Ihr Mörder hat sie regelrecht abgeschlachtet und ihr eine römische Zahl in den Bauch geritzt. Fassungslos steht Kate Burkholder, die neue Polizeichefin im verschlafenen Painters Mill, Ohio, vor der grausig anmutenden Szenerie. Kann es wahr sein? Ist der, den sie damals den „Schlächter“ nannten, und der vor 16 Jahren mehrere junge Frauen auf bestialische Weise tötete, wieder zurück?
Für Kate steht jetzt alles auf dem Spiel: Sie muss den Mörder so schnell wie möglich finden. Doch dann muss sie auch ein Geheimnis preisgeben, das sie ihre Familie und ihren Job kosten könnte.

Meine Meinung:
In “Die Zahlen der Toten” wirft Linda Castillo einen als Leser direkt ins Geschehen, in dem man detailliert geschildert bekommt, wie eine junge Frau brutal gefoltert wird… und zwar aus der Sicht des Opfers. Generell werden die grausamen Morde in diesem Buch sehr ausführlich beschrieben. Es ist also nichts für schwache Nerven.

Linda Castillo konnte mich mit ihrem spannenden und fesselnden Schreibstil von der ersten Seite an begeistern und auch die Geschichte war zu keiner Zeit langweilig, auch wenn die Idee an sich nicht innovativ ist. Sehr interessant und faszinierend fand ich auch den Einblick in die Welt der Amish, den man hier erhält, da die Protagonistin Kate Burkholder eine Amish ist.

Kate war mir auch direkt sehr sympathisch . Ich konnte ihr Denken und Handeln gut nachvollziehen und mit ihr mitfühlen. Insgesamt sind alle Charaktere sehr gut beschrieben.

Das Ende war überraschend, aber war dennoch durchaus schlüssig. Linda Castillo konnte mich bis zum Schluss im Bezug auf den “Schlächter” im Dunkeln tappen lassen.

Mit diesem Buch hat die Autorin einen wirklich fesselnden Auftakt einer Reihe um Kate Burkholder geschaffen, den ich verschlungen habe und uneingeschränkt empfehlen kann.

Amokspiel von Sebastian Fitzek

Amokspiel

Titel: Amokspiel
Autor: Sebastian Fitzek
Seiten: 448
Erscheinungsjahr: 2007
Preis: 9,99€ (Taschenbuch)

Klappentext:
Die Kriminalpsychologin Ira steht kurz vor ihren Selbstmord. Doch dann wird sie zu einem Geiseldrama in einen Radiosender gerufen: Ein Psychopath ruft bei laufender Sendung wahllos Menschen an. Melden die sich nicht mit einer bestimmten Parole, wird eine Geisel erschossen. Der Mann fordert, dass seine Verlobte ins Studio kommt. Doch die ist tot. Ira beginnt eine Verhandlung, bei der ihr Millionen Menschen zuhören …

Meine Meinung:
Da ich bisher nur “Die Therapie” von Sebastian Fitzek gelesen habe, war ich gespannt, ob auch “Amokspiel” mich wieder so fesseln kann.
Und ich wurde nicht enttäuscht. Ich habe bereits auf den ersten Seiten einen sehr guten Einstieg in die Geschichte gefunden und konnte es dann kaum noch aus der Hand legen, so dass ich es bis auf etwa 50 Seiten an einem Tag verschlungen habe.

Die einzelnen Kapitel sind recht kurz, was mich aber ganz und gar nicht gestört hat, und Fitzek weiß sich definitiv auszudrücken und den Leser in die Irre zu führen. Jedes winzige Detail und jede noch so kleine Beschreibung ist wichtig und bedeutend. Ich dachte einige Male, mir wäre klar, wie die Geschichte nun weitergehen würde… aber da habe ich die Rechnung ohne Sebastian Fitzek gemacht. Mit “Amokspiel” gibt er einem einige Rätsel auf.

Die Story schreitet so dermaßen schnell voran, dass ich mir hin und wieder gewünscht habe, schneller lesen zu können, weil ich einfach wissen wollte, was die nächste Wendung wohl wieder mit sich bringt. Der Spannungsaufbau ist enorm und das Ende hat mich fast umgehauen und mir die Tränen in die Augen getrieben.

Die Charaktere gefielen mir insgesamt sehr gut, aber eine wirkliche Verbindung konnte ich zu keinem aufbauen. Vom etwas duchgeknallten Chefredakteur Diesel hätte ich allerdings gern noch etwas mehr erfahren.

“Amokspiel” ist ein Psychothriller mit Suchtfaktor und hat mir einige spannende Lesestunden beschert.