Haifischfrauen von Kiana Davenport

Titel: Haifischfrauen
Autor: Kiana Davenport
Seiten: 672
Verlag: Knaur
Einband: Taschenbuch
Erschienen im November 1996
Preis: gebraucht ab etwa 0,50€

 

Inhalt:

Vier Frauen, vier Cousinen, auf den Spuren ihrer Vergangenheit – verborgen auf Hawaii, der Insel ihrer Vorfahren. Was ihre Großmutter Pono dazu bewogen hat, sie zu sich zu rufen, können sich die Cousinen zunächst nicht erklären. Doch langsam beginnen sie zu ahnen, dass es mit dem Geheimnis zu tun hat, das Ponos ganzes Leben bestimmte: eine große Liebe, die an einer schrecklichen Krankheit zu zerbrechen drohte und doch alles überdauerte. Und auch diese Geschichte begann einst jenseits des Riffs an einem Strand …

Meine Meinung:

Haifischfrauen war ein Spontankauf, da es auf Hawaii spielt, was ich sehr interessant fand. Anfangs war ich ganz und gar nicht begeistert von dem Buch und musste mich durch die ersten etwa 100 Seiten etwas durchquälen. Es kommen halt sehr viele Personen und auch Zeitsprünge darin vor. Dann war ich aber endlich in der Geschichte angekommen und ich wollte wissen, wie es weitergeht, auch wenn es im Verlauf der Geschichte ab und zu nochmal etwas langatmig wurde.

Den Schreibstil der Autorin mochte ich gerne, aber schnell weglesen lässt sich dieses Buch nicht. Dafür ist der Erzählstrang viel zu umfangreich. So geht es neben der Familiengeschichte mit viel Liebe und Leid, auch um die Geschichte von Hawaii und dessen Kultur und Mystik. Leider waren die Themen, die ich wirklich interessant fand, meist recht schnell abgehandelt.

Für Leser, die gerne mal ein Familienepos lesen, ist es bestimmt empfehlenswert, von mir bekommt das Buch leider „nur“ 3 Sterne.

 

 

Die Geschichte der Einsamkeit von John Boyne

Titel: Die Geschichte der Einsamkeit
Autor: John Boyne
Verlag: Piper
Seiten: 416
Erschienen im Oktober 2015
Preis: 16,99€

Klappentext:
Odran Yates kommt 1972 an das renommierte Dubliner »Clonliffe Seminary«, um Priester zu werden. Voller Hingabe widmet er sich seinen Studien. Er kann es kaum erwarten, endlich Gutes zu tun. Vierzig Jahre später ist sein Vertrauen in die katholische Kirche jedoch zutiefst erschüttert. Waren Priester jahrzehntelang unanfechtbare Respektspersonen und wurden von der irischen Bevölkerung verehrt, schlägt ihnen jetzt nur noch Verachtung entgegen. Odran muss dabei zusehen, wie alte Freunde zu recht vor Gericht stehen, wie einstige Würdenträger verurteilt werden und ins Gefängnis kommen. Odran ist erschüttert und zieht sich zurück – aus Angst vor den missbilligenden Blicken seiner Umwelt. Erst als bei einem Familientreffen alte Wunden aufgerissen werden, sieht er sich gezwungen, sich den Ereignissen zu stellen und seine Komplizenschaft zu erkennen.

Meine Meinung:
Erzählt wird die Geschichte aus Sicht des katholischen Priesters Odran Yates. Die Handlung springt kapitelweise in der Zeit hin und her, wird also nicht chronologisch erzählt, was ich anfangs etwas schwierig zu lesen fand und einiges an Konzentration erforderte. Nach einigen Kapiteln habe ich mich dann aber ganz gut eingefunden.

Der Schreibstil ist typisch John Boyne. Sehr bildhaft und atmosphärisch. Er bringt eine sehr deprimierende und teils auch erschütternde Grundstimmung in diesem Buch rüber. Außerdem ist dieser Raum sehr viel mehr in der Realität beheimatet als die Bücher, die ich bisher von diesem Autor gelesen habe.

Der Charakter des Protagonisten Odran Yates ist wirklich gut portraitiert und ich hatte das Gefühl, er könnte durchaus auch für einige seiner realen Kollegen stehen. Er ist glaubhaft und seine Handlungen nachvollziehbar.

Das Thema dieses Buches ist brisant, sicherlich schwer verdaulich und regt definitiv zum Nachdenken an. Der Roman hat einige Längen, zieht sich an einigen Stellen sehr, dennoch empfand ich dieses Buch als sehr lesenwert und kann es definitiv weiterempfehlen.

 

 

Lichtblaue Sommernächte von Emily Bold

Lichtblaue Sommernächte

Titel: Lichtblaue Sommernächte
Autor: Emily Bold
Seiten: 384
Einband: Taschenbuch
Verlag: Ullstein
Erschienen: August 2015
ISBN: 978-3548287065
Preis: 9,99€

Klappentext:

Lauren war sich so sicher, glücklich zu sein. Zusammen mit ihrem Mann Tim und den beiden Kindern wohnt sie in einem süßen, kleinen Haus in Vermont und will sogar ihr Studium wieder aufnehmen. Bis der Schicksalsschlag kommt: Diagnose Hirntumor. Lauren will kämpfen, will nicht aufgeben, will bleiben. Aber die Krankheit ist stärker. Laurens Zustand verschlechtert sich. Kann es nicht auch eine Lösung sein, wenn sie selbst entscheidet, wann sie das Leben loslassen wird?

Meine Meinung:

Als ich das Cover dieses Buches zum ersten Mal sah, dachte ich an eine seichte Liebesgeschichte, die ich mal eben so nebenbei weglesen kann, deshalb habe ich auch gar nicht so besonders viel von dieser Geschichte erwartet. Ich wurde jedoch schon nach ein paar Seiten eines Besseren belehrt und positiv überrascht von Emily Bold. Außerdem lädt das Cover durch die hervorgehobenen Blüten zum Streicheln ein. 😉

Der Schreibstil der Autorin gefiel mir sehr gut. Sehr flüssig, fesselnd und emotional. Die Charaktere sind so toll beschrieben, dass sie mir beinahe real vorkamen und vor allem Lauren ist mir im Laufe der Geschichte schon sehr ans Herz gewachsen.

Überhaupt ist dieses Buch unglaublich emotional, es ist ja auch ein ernstes Thema. Dennoch schafft es Emily Bold dem Ganzen eine gewisse Leichtigkeit zu geben. Die Geschichte wechselt kapitelweise zwischen Vergangenheit und Gegenwart und verknüpft diese ganz wunderbar miteinander.

In diesem Buch werden wirklich sämtliche Emotionen angesprochen… es geht um Verzweiflung, Wut, Trauer, aber auch um Hoffnung und die große Liebe. Und all diese Gefühle konnte ich mit Lauren und ihrer Famile/ihren Freunden durchleben, so sehr hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen.Die Emotionen und Handlungen der Charaktere wirkten auf mich außerdem sehr authentisch und nachvollziehbar.

Die Autorin hat mich hier eine Menge Tränen vergießen lassen, mich aber auch immer wieder zum Schmunzeln und vor allem auch zum Nachdenken über das eigene Leben gebracht. Eine ganz klare Leseempfehlung von mir!

Die letzten Tage von Rabbit Hayes

Rabbit

Titel: Die letzten Tage von Rabbit Hayes
Originaltitel: The last days of Rabbit Hayes
Autor: Anna McPartlin
Seiten: 458
Verlag: rororo
Preis: 12,00€

Klappentext:
Erst wenn das Schlimmste eintritt, weißt du, wer dich liebt.

Stell dir vor, du hast nur noch neun Tage. Neun Tage, um über die Flüche deiner Mutter zu lachen. Um die Hand deines Vaters zu halten (wenn er dich lässt). Und deiner Schwester durch ihr Familienchaos zu helfen. Um deinem Bruder den Weg zurück in die Familie zu bahnen. Nur neun Tage, um Abschied zu nehmen von deiner Tochter, die noch nicht weiß, dass du nun gehen wirst …

Meine Meinung:
Ich liebe das Cover! Es ist ein richtiger Eyecatcher und unglaublich passend.

Die Charaktere sind alle sehr lebendig und authentisch beschrieben und obwohl Rabbit natürlich im Mittelpunkt der Geschichte steht, lernt man ihre Familienangehörigen wirklich gut kennen und erfährt so einiges aus der Familienvergangenheit. Ich hatte bereits nach kürzester Zeit das Gefühl, die Familie Hayes tatsächlich zu kennen und obwohl ich alle Familienmitglieder sehr sympathisch finde, liebe ich vor allem Rabbits Mutter Molly. Sie redet wie ihr der Schnabel gewachsen ist und ist eine wahre Kämpfernatur.

Der Schreibstil von Anna McPartlin ist außerordentlich humorvoll, bildhaft und emotional, aber niemals kitschig.
Sie hat es mit der Geschichte um Rabbits letzte Tage geschafft, mich von der ersten Seite an in ihren Bann zu ziehen und mich emotional auf eine Berg- und Talfahrt zu schicken. So konnte ich in vielen Situationen herzhaft lachen, viele Male mitfühlen, zu Tränen gerührt sein und einige Male hemmungslos weinen.
Besonders schön finde ich, dass das Hauptaugenmerk auf dem Familienzusammenhalt liegt und gezeigt wird, wie wichtig Liebe, Familie und Freundschaft im Leben sind.

Dieses Buch hat mich tief berührt und ein außergewöhnliches Leseereignis dargestellt. Definitiv eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe.