Die Zeitmaschine von H. G. Wells

Die Zeitmaschine von H. G. Wells

144 Seiten

Anaconda Verlag (Januar 2017)

ISBN 3730604759

Gebundene Ausgabe 3,95€*


Inhalt:

Ungläubig staunen die Gäste des genialen Tüftlers über das, was er ihnen berichtet: Mit einer Zeitmaschine sei er achthunderttausend Jahre in die Zukunft gereist. Und dann erzählt er vom Leben zweier Gattungen dort, den kindlichen Eloi und den garstigen Morlocks, die unter der Erde hausen, unterdrückt vom Herrenvolk oben im Grünen. Oder ist es gar nicht so, sondern ganz anders? Fieberhaft lauscht der Besuch, während der Zeitreisende die ganze Wahrheit enthüllt. Mit H. G. Wells‘ ‚Zeitmaschine‘ reist der Leser in eine fantastische Utopie von der Zukunft der Menschheit.


Meine Meinung:

Mal wieder ein Buch aus der Reihe „Große Klassiker zum kleinen Preis“ aus dem Ananconda Verlag. In der Regel komme ich mit der Übersetzung dort immer ziemlich gut zurecht und so war es auch bei „Die Zeitmaschine“… Es ließ sich gut und flüssig lesen.

Zum Beginn des Buches wird uns die Geschichte von einem Erzähler wiedergegeben, der selbst dem Bericht des Zeitreisenden lauscht. Im weiteren Verlauf folgen wir aber dem Zeitreisenden selbst (Ich-Erzählung), was ich ziemlich spannend fand.

Der Autor beschreibt viele Dinge sehr detailliert und einige Teile der Reise sogar fast minutiös, so dass bei mir eine Vielzahl an Bildern im Kopf abliefen von all seinen Zukunftsvisionen.

Gegen Ende nimmt die Geschichte nochmal richtig an Fahrt auf. Das Ende selbst kam dann vielleicht sogar etwas zu abrupt für meinen Geschmack. Das tat dem Leseerlebnis aber dennoch keinen Abbruch.

„Die Zeitmaschine“ von H.G. Wells ist ein großartiges und zeitloses Werk aus den Anfängen der Science Fiction, das auch heute noch zum Nachdenken anregt. Ganz klare Leseempfehlung meinerseits.


Der Autor:

Herbert George Wells, geboren 1866 in Bromley bei London, widmete sich nach einem naturwissenschaftlichen Studium immer mehr dem Schreiben. Er bezeichnete sich selbst als Autor „wissenschaftlich fundierter Abenteuergeschichten“ und führte Phänomene wie Unsichtbarkeit, Zeitreisen und die Invasion der Erde durch Ungeheuer aus dem All in die Literatur ein. Damit gelangte der Gesellschaftssatiriker und Utopist nicht nur zu Weltruhm, sondern gestaltete die Entwicklung der Science fiction entscheidend mit. H. G. Wells starb 1946 in London.

Auszeit von Hannah Lühmann

Auszeit von Hannah Lühmann

172 Seiten

Hanserblau (26.07.2021)

ISBN 3446261958

Gebundene Ausgabe 19,00€*


Inhalt:

„Ich kann immer noch nicht glauben, dass alles so gekommen ist, wie es gekommen ist, dass ich immer noch keine Ahnung habe, was ich will und ob ich etwas will, dass ich immer weiter nur das Gegenteil von allem tue, was gut für mich wäre, das Gegenteil von allem, was ich bräuchte.“
In einer Ferienhütte im Bayerischen Wald trauert Henriette um ihr ungeborenes Kind. Als draußen die Schatten länger werden und die Tage kürzer, bringt ein Freund ungeahntes Unheil mit sich.
Verführerisch und mit schmerzhafter Präzision seziert Hannah Lühmann die Träume und Ängste einer Generation um die dreißig, die alles zu haben scheint, aber der sich das Glück doch immer entzieht.


Meine Meinung:

Das Cover des Buches ist recht schlicht, passt aber durch die dunklen Farben sehr gut zur Geschichte und zur Stimmung des Buches.

Das Buch „Auszeit“ von Hannah Lühmann hat mich allerdings etwas zwiegespalten zurückgelassen. Das erste Drittel fand ich nämlich ziemlich gut, dann liess die Geschichte für mich jedoch stark nach. Es plätschert alles so vor sich hin und leider konnte ich nicht die Entwicklung von Henriette entdecken, die ich mir erhofft hätte.

Anfangs konnte ich mich richtig gut in unsere Protagonistin hineinfühlen und fand sie sehr authentisch. Im Verlauf der Geschichte habe ich aber immer mehr die Verbindung zu ihr verloren. Ihre beste Freundin Paula mochte ich leider nicht so richtig, bei ihr dreht sich scheinbar alles um Yoga, Meditation usw.

Den Schreibstil der Autorin fand ich hingegen wirklich schön, sehr atmosphärisch und bildhaft.

Schade, dass Hannah Lühmann mir nicht so richtig vermitteln konnte, was sie mit ihrem Debütroman aussagen möchte.


Die Autorin:

Hannah Lühmann, geboren 1987, hat Philosophie in Berlin und in Paris studiert.

Sie ist stellvertretende Ressortleiterin im Feuilleton der „Welt“ und „Welt am Sonntag“ und arbeitete unter anderem für die „Süddeutsche Zeitung“, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Berliner Zeitung“ und „Die Zeit“.

„Auszeit“ ist ihr erster Roman. Hannah Lühmann lebt in Berlin.


Vielen Dank an hanserblau für dieses Leseexemplar.

Die Frau im Park von Ella Janek

Die Frau im Park von Ella Janek

303 Seiten

Knaur (01. Juli 2021)

ISBN: 342652743X

Taschenbuch: 10,99€*


Inhalt:

15 Jahre lang hat die ehemalige Schauspielerin Eva Rosenberg alles zurückgestellt, um sich um ihre Tochter Alisa zu kümmern, die seit einem tragischen Unfall im Rollstuhl sitzt. Als Alisa nun in eine WG zieht, nimmt plötzlich Leere ihren Raum in Evas Leben ein. Ihre eigenen Wünsche und Träume hat sie ebenso verloren wie die Nähe zu ihrem Mann Johannes, für den zwischen Mutter und Tochter kaum Platz geblieben war.
Bei langen Spaziergängen im Park, auf denen Eva sich selbst und ihr Leben sucht, lernt sie schließlich Ben kennen. Ihm kann sie von ihren Ängsten ebenso erzählen wie von ihrem heimlichen Traum, mit 49 noch einmal in ihren Beruf als Schauspielerin zurückzukehren. Nur über Johannes und ihre Ehe mag Eva mit Ben nicht sprechen.
Denn da ist noch immer etwas, das sie mit Johannes verbindet – doch ist es stark genug für einen Neuanfang?


Meine Meinung:

Die Covergestaltung gefällt mir ausgesprochen gut, sie passt sowohl zum Buch als auch durch die zarten Farben der Blüten perfekt zur Jahreszeit.

Das erste Kapitel, welches den tragischen Unfall beschreibt und ich bereits als Leseprobe gelesen hatte, fand ich wirklich spannend und toll erzählt. Meine Erwartungen an „Die Frau im Park“ waren dementsprechend hoch und ich erwartete eine Geschichte mit Tiefgang und vielen Emotionen.

Dahingehend hat mich das Buch leider ein wenig enttäuscht, da es im Verlauf der Geschichte deutlich an Spannung abnahm und sich doch eher zu leichter Kost, die sich gut für eine Sommerlektüre eignet, entwickelte. Die Story plätschert halt so vor sich hin und birgt keine großen Überraschungen. So war auch das Ende für mich recht vorhersehbar.

Der Schreibstil von Ella Janek ist leicht verständlich und lässt sich flüssig lesen. Einzig einige Dialoge wirkten doch etwas hakelig.

Alles in allem eine nette, kleine Geschichte für zwischendurch oder den Urlaub.


Die Autorin:

Ella Janek lebt mit ihrer Familie in einem idyllischen Städtchen in Bayern. Unter ihrem Klarnamen schreibt sie erfolgreich heitere Frauenromane. Als Drehbuchautorin für Kino und TV und wurde sie unter anderem mit dem Grimme-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Sie liebt das Meer und lässt sich dort gerne zu neuen Geschichten inspirieren.


Vielen Dank an vorablesen.de und den Knaur Verlag für dieses Leseexemplar.

Das Rachespiel von Arno Strobel

Das Rachespiel von Arno Strobel

347 Seiten

Fischer Verlag (Januar 2014)

ISBN: 3596196949

Taschenbuch 9,99€*


Inhalt:

»Erfüllst du deine Aufgabe, kommt er frei. Erfüllst du sie nicht, wird er sterben.«
Frank Geissler glaubt an einen Scherz, als er die Website aufruft: Ein Mann, nackt, am Boden festgekettet, in Todesangst. Daneben ein Käfig voller Ratten, unruhig, ausgehungert.
Frank kann den Mann retten, heißt es. Aber nur wenn er Teil des »Spiels« wird und seine erste Aufgabe erfüllt. Angewidert schließt er die Website, doch kurz darauf ist der Mann tot. Und Frank beginnt zu zweifeln. Hätte er dem Unbekannten helfen können? Hätte er nicht sofort die Polizei informieren müssen? Aber es ist zu spät. Und nicht nur für den Toten. Auch Frank ist schon mittendrin. Mittendrin in einem Spiel, in dem er einer der Vier ist, einer der vier Kandidaten, für die es um alles geht. Um ihr eigenes Leben. Aber auch um das Leben aller, die ihnen etwas bedeuten …


Meine Meinung:

Mit Das Rachespiel hat mich Arno Strobel doch ziemlich hin- und hergerissen zurückgelassen.

Den Schauplatz, eine verlassene Atombunkeranlage, fand ich nahezu perfekt gewählt für einen Psychothriller. Es ist kalt, dunkel und beängstigend… das schafft eine düstere Atmosphäre. Diese hat der Autor auch wirklich sehr anschaulich beschrieben.

Die Idee, dass ein Killer irgendwelche kranken Psychospielchen mit seinen Opfern spielt, ist natürlich schon lange nichts neues mehr, aber in der Regel kann ich mich für Geschichten dieses Schemas immer wieder von neuem begeistern. Zu Beginn des Buches war ich wirklich begeistert von den Geschehnissen und fand es spannend, aber im Verlauf der Story wurden das Handeln der einzelnen Charaktere leider doch sehr vorhersehbar und mein Interesse ließ deutlich nach. Interessant fand ich jedoch die Rückblenden in die Jungend der Clique durch die man animiert wurde, Vermutungen für das Hier und Jetzt anzustellen.

Zum Ende hin kommt es dann nochmal zu einem Überraschungsmoment, der für ordentlich Spannung sorgt, aber für mich persönlich kam das Ende dann schon ein wenig zu abrupt.

Insgesamt kein schlechter Psychothriller, der sicher noch unterhaltsamer ist, wenn man noch nicht ganz so viele Bücher dieser Art gelesen hat.


Der Autor:

Arno Strobel liebt Grenzerfahrungen und teilt sie gern mit seinen Leserinnen und Lesern. Deshalb sind seine Thriller wie spannende Entdeckungsreisen zu den dunklen Winkeln der menschlichen Seele und machen auch vor den größten Urängsten nicht Halt.
Seine Themen spürt er dabei meist im Alltag auf und erst, wenn ihn eine Idee nicht mehr loslässt und er den Hintergründen sofort mit Hilfe seines Netzwerks aus Experten auf den Grund gehen will, weiß er, dass der Grundstein für seinen nächsten Roman gelegt ist. Alle seine bisherigen Thriller waren Bestseller.
Arno Strobel lebt als freier Autor in der Nähe von Trier.

Anne auf Green Gables von Lucy Maud Montgomery

Titel: Anne auf Green Gables

Autor: Lucy Maud Montgomery

Seiten: 384

Verlag: Anaconda

ISBN: 3730604023

Gebundene Ausgabe 4,95€*

Klappentext:

Die kleine Anne aus dem Waisenhaus ist begeistert von ihrem neuen Leben auf der Farm Green Gables. Weniger begeistert sind anfangs ihre Adoptiveltern, denn das schmale Wesen mit den roten Zöpfen hat eine überreiche Fantasie und einen ganz eigenen Kopf – was manche Mitmenschen verstört und andere zunehmend fasziniert. Bald hat dieses Kind die Welt um sich herum für immer verändert. – In Nordamerika wird der bezaubernde Mädchenbuch-Klassiker heiß geliebt. Die schlagfertige Anne war das erklärte Vorbild für Pippi Langstrumpf und entfaltet in dieser Neuübersetzung ihren ganzen Witz und Charme.


Meine Meinung:

Nachdem ich es im letzten endlich geschafft hatte, die Netflix-Serie „Anne with an E“ zu schauen und ich davon doch sehr begeistert war, musste ich anschließend unbedingt das Buch kaufen. Und dann habe ich es auch noch in dieser schönen Ausgabe vom Anaconda Verlag gefunden, von denen ich schon einige in meinem Regal stehen habe.

Besonders toll finde ich die bildhafte Sprache der Autorin und ihre Beschreibungen von Prince Edward Island und vor allem Green Gables. Da möchte man sofort seine Sachen packen und diesem wunderschönen Fleckchen Erde einen Besuch abstatten und selbst alles erkunden, so wie Anne es getan hat.

Ich liebe Annes positive Art mit der sie die Welt sieht, ebenso wie ihren Sprachwitz. Anne hat definitiv Charme und ihre Melodramatik, die vielleicht einige als etwas anstrengend empfinden könnten, finde ich überaus liebenswert. Besonders gern mag ich auch Marilla, auch wenn wir ein paar Seiten brauchten, um miteinander warm zu werden. Anfangs ist sie sehr selbstbeherrscht, aber im Verlauf der Geschichte konnte ich durchaus Humor entdecken.

Begeistern konnte mich auch das für diese Zeit sehr modern dargestellte Frauenbild und die zeitlosen Werte, die das Buch vermittelt.

Dieser Kinderbuchklassiker eignet sich nicht nur hervorragend zum Vorlesen, er kann auch Erwachsenen noch etwas mit auf den Weg geben.


Die Autorin:

Lucy Maud Montgomery wurde 1874 geboren und war eine gefeierte kanadische Kinder- und Jugendbuchautorin. Zeit ihres Lebens veröffentlichte sie zahlreiche Bücher, darunter Romane, Gedichte und Essays. Besonders viel Erfolg hatte sie mit der Reihe rund um das Waisenkind Anne. Der erste Band wurde 1908 veröffentlicht und avancierte sofort zum Bestseller.

Der Geschmack von Apfelkernen von Katharina Hagena

Titel: Der Geschmack von Apfelkernen
Autor: Katharina Hagena
Seiten: 254
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Einband: Taschenbuch
Erscheinungsjahr: 2009
Preis: 9,99€

Klappentext:
Als Bertha stirbt, erbt Iris das Haus. Nach vielen Jahren steht Iris wieder im alten Haus der Großmutter, wo sie als Kind in den Sommerferien mit ihrer Kusine Verkleiden spielte. Sie streift durch die Zimmer und den Garten, eine aus der Zeit gefallene Welt, in der rote Johannisbeeren über Nacht weiß und als konservierte Tränen eingekocht werden, in der ein Baum gleich zweimal blüht, Dörfer verschwinden und Frauen aus ihren Fingern Funken schütteln.
Doch der Garten ist inzwischen verwildert. Nachdem Bertha vom Apfelbaum gefallen war, wurde sie erst zerstreut, dann vergesslich, und schließlich erkannte sie nichts mehr wieder, nicht einmal ihre drei Töchter. Iris bleibt eine Woche allein im Haus. Sie weiß nicht, ob sie es überhaupt behalten will. Sie schwimmt in einem schwarzen See, bekommt Besuch, küsst den Bruder einer früheren Freundin und streicht eine Wand an. Während sie von Zimmer zu Zimmer läuft, tastet sie sich durch ihre eigenen Erinnerungen und ihr eigenes Vergessen: Was tat ihr Großvater wirklich, bevor er in den Krieg ging? Welche Männer liebten Berthas Töchter? Wer aß seinen Apfel mitsamt den Kernen? Schließlich gelangt Iris zu jener Nacht, in der ihre Kusine Rosmarie den Unfall hatte: Was machte Rosmarie auf dem Dach des Wintergartens? Und wollte sie Iris noch etwas sagen?
Iris ahnt, dass es verschiedene Spielarten des Vergessens gibt. Und das Erinnern ist nur eine davon.

Meine Meinung:
Die Sprache der Autorin ist wunderschön und ihre Beschreibungen der Charaktere, der Orte und des Hauses um das es hier geht sehr genau, so dass ich beim Lesen recht schnell Bilder im Kopf hatte.

Die Geschichte plätschert aber eigentlich die ganze Zeit so vor sich hin und einige Stellen fand ich etwas langatmig. Die sehr realitätsnahe Beschreibung von Oma Berthas Demenzerkrankung und deren Verlauf hat mich dann allerdings doch sehr mitfühlen lassen. Iris mochte ich auch von Anfang an sehr gerne und so wollte ich wissen, wie ihre Geschichte endet.

„Der Geschmack von Apfelkernen“ ist eine eher ruhige Liebes- und Familiengeschichte, in der allerdings keine großen Familiengeheimnisse gelüftet werden, vielmehr wird sich mal wieder an sie erinnert.

 

 

Wahnsinn von Jack Ketchum

Titel: Wahnsinn
Autor: Jack Ketchum
Seiten: 352
Verlag: Heyne Hardcore
Einband: Taschenbuch
Erschienen: November 2009
Preis: 8,95€

Klappentext:

Schon bald nach ihrer Hochzeit entdeckt Liddy die sadistische Ader ihres Mannes Arthur. Nach der Geburt ihres Sohnes gerät er zunehmend außer Kontrolle. Er verletzt Liddy, schlägt und missbraucht sie. Um ihres Kindes willen erträgt sie zunächst schlimmste Demütigungen. Doch dann begreift Liddy, wie wahnsinnig Arthur tatsächlich ist, und nimmt den ungleichen Kampf auf.

Sie informiert die Polizei und reicht die Scheidung ein. Arthurs Anwälten gelingt es jedoch, Liddy als nicht zurechnungsfähig hinzustellen. Während Liddy um ihr Sorgerecht kämpft, werden weibliche Leichen gefunden, die Opfer eines äußerst brutalen Serienkillers.

Meine Meinung:

Als großer Fan von Jack Ketchums Werken musste ich natürlich auch „Wahnsinn“ unbedingt lesen und ich muss sagen, dass dieses Buch mit seinem psychologischen Horror für mich ebenso erschreckend ist wie Ketchums Werk „Evil“.

Mit den Themen häuslicher Gewalt und Kindesmissbrauch ist „Wahnsinn“ keine leichte Kost und sicher nichts für zartbesaitete Gemüter, da Ketchum hier kein Blatt vor den Mund nimmt und meiner Meinung nach alles sehr realitätsnah beschreibt.

Ich glaube, ich habe selten ein Buch gelesen, das mich emotional so mitgerissen hat wie dieses hier. Die Anhäufung von so viel Gewalt hat mich richtiggehend wütend gemacht und vor allem beim Lesen der letzten Seiten hatte ich einen dicken Kloß im Hals.

Der Titel „Wahnsinn“ hätte kaum besser gewählt werden können, denn er beschreibt den Inhalt des Buches absolut treffend.

Return Man von V. M. Zito

return man

Titel: Return Man
Autor: V.M. Zito
Seiten: 544
Verlag: Heyne
Einband: Taschenbuch
Erschienen: Februar 2013
Preis: 8,99€

Inhalt:

Er geht dahin, wo die Toten sind

Die Welt ist nicht mehr dieselbe: Horden von Untoten haben die USA überrollt, und das Land ist nun aufgeteilt in den Osten, wo sich die letzten lebenden Menschen verschanzt haben, und den Westen, wo die Zombies Jagd auf Menschenfleisch machen. Nur ein Mann wagt es noch, in die verseuchten Gebiete zurückzukehren, um im Auftrag der Lebenden ihren untoten Verwandten die letzte Gnade zu erweisen und Spezialeinsätze im Land der Toten auszuführen: Henry Marco. Dies ist seine Geschichte…

Meine Meinung:

Um es gleich vorweg zu nehmen: Wow!! 😉

In Return Man wird man als Leser ohne große Umschweife in die von Zombies verseuchten USA katapultiert, welche in die „Sicheren Staaten“ im Osten und den von Zombies besiedelten Westen zweigeteilt ist.

Die Zombies, die der Autor hier erschaffen hat, finde ich durchaus gelungen und sie wirkten gefährlich. Besonders gut fand ich, dass man von Henry Marcos Aufträge auch viel über deren Hintergrundgeschichte erfährt. Das gibt dem Ganzen mehr Tiefe und rechtfertigt das Töten der Untoten irgendwie. Es geht also um mehr als bloß Zombie Gemetzel, auch wenn natürlich reichlich blutige Szenen vorhanden sind.

Den Schreibstil empfand ich als sehr bildhaft, fesselnd und flüssig zu lesen. Durch die vielen kleinen Details, die man erfährt, konnte ich mir die Reisen und Aufträge des Protagonisten richtig gut vorstellen.
Return Man ist durchweg spannend und macht an einigen Stellen schon ziemlich nachdenklich.
Die Atmosphäre des Buches nahm ich insgesamt als recht trostlos wahr und das Ende konnte ich gut nachvollziehen.

Wer mal ein etwas anderes Zombiebuch, außerhalb des Schemas F, lesen möchte, ist mit Return Man sicherlich gut bedient. Eine klare Leseempfehlung von mir.

Bewertung:

★★★★★

Fledermausland von Oliver Dierssen

Titel: Fledermausland
Autor: Oliver Dierssen
Seiten: 448
Verlag: Fischer
Einband: Taschenbuch
Erschienen: Juni 2015
Preis: 14,99€

Inhalt:

Sind Sie schon einmal nackt einer Fledermaus begegnet?

Wohl nicht, oder? Sebastian Schätz allerdings hat dieses zweifelhafte Vergnügen. Und das ist nur eines von vielen Problemen, mit denen er sich herumschlagen muss: Bei Kim, dem Mädchen, in das er sich verliebt hat, kommt er nicht richtig weiter. In seiner Küche hat sich ein ungebetener Gast breitgemacht. Und dann wird er auch noch von einer Bande von Zwergen heimgesucht.
Kann es noch schlimmer kommen?
Ja, es kann.
Willkommen im Fledermausland!

Meine Meinung:

Ein Buch, das in Hannover spielt? Mit Vampiren und Fledermäusen? Das musste ich natürlich lesen!

Ganz neu ist die Idee von der Stadt unterhalb einer Stadt natürlich nicht, Oliver Dierssen konnte mich aber dennoch gut unterhalten. Ein paar kleine Längen gab es zwar zwischendrin schon und ein paar Mal hatte ich das Gefühl den roten Faden irgendwie aus den Augen verloren zu haben, aber das legte sich jedes Mal recht schnell wieder.

Der flüssige und humorvolle Schreibstil mit einer ordentlichen Portion Ironie und Sarkasmus konnte mich allerdings von Anfang an begeistern, so dass ich das Buch innerhalb eines Wochenendes durch hatte und mich durchaus einige Male grinsen liess.

Den Protagonisten Sebastian empfand ich zwar anfangs etwas fad, leichtgläubig und unsympathisch, aber mit jeder weiteren Seite wurde er mir sympathischer und und ich empfand ihn als wunderbar chaotisch.

Ein unterhaltsamer, etwas anderer Fantasyroman, der gut dazu geeignet ist „mal eben zwischendurch“ gelesen zu werden.

Meine Bewertung:

★★★☆☆

Haifischfrauen von Kiana Davenport

Titel: Haifischfrauen
Autor: Kiana Davenport
Seiten: 672
Verlag: Knaur
Einband: Taschenbuch
Erschienen im November 1996
Preis: gebraucht ab etwa 0,50€

 

Inhalt:

Vier Frauen, vier Cousinen, auf den Spuren ihrer Vergangenheit – verborgen auf Hawaii, der Insel ihrer Vorfahren. Was ihre Großmutter Pono dazu bewogen hat, sie zu sich zu rufen, können sich die Cousinen zunächst nicht erklären. Doch langsam beginnen sie zu ahnen, dass es mit dem Geheimnis zu tun hat, das Ponos ganzes Leben bestimmte: eine große Liebe, die an einer schrecklichen Krankheit zu zerbrechen drohte und doch alles überdauerte. Und auch diese Geschichte begann einst jenseits des Riffs an einem Strand …

Meine Meinung:

Haifischfrauen war ein Spontankauf, da es auf Hawaii spielt, was ich sehr interessant fand. Anfangs war ich ganz und gar nicht begeistert von dem Buch und musste mich durch die ersten etwa 100 Seiten etwas durchquälen. Es kommen halt sehr viele Personen und auch Zeitsprünge darin vor. Dann war ich aber endlich in der Geschichte angekommen und ich wollte wissen, wie es weitergeht, auch wenn es im Verlauf der Geschichte ab und zu nochmal etwas langatmig wurde.

Den Schreibstil der Autorin mochte ich gerne, aber schnell weglesen lässt sich dieses Buch nicht. Dafür ist der Erzählstrang viel zu umfangreich. So geht es neben der Familiengeschichte mit viel Liebe und Leid, auch um die Geschichte von Hawaii und dessen Kultur und Mystik. Leider waren die Themen, die ich wirklich interessant fand, meist recht schnell abgehandelt.

Für Leser, die gerne mal ein Familienepos lesen, ist es bestimmt empfehlenswert, von mir bekommt das Buch leider „nur“ 3 Sterne.