Der Geschmack von Apfelkernen von Katharina Hagena

Titel: Der Geschmack von Apfelkernen
Autor: Katharina Hagena
Seiten: 254
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Einband: Taschenbuch
Erscheinungsjahr: 2009
Preis: 9,99€

Klappentext:
Als Bertha stirbt, erbt Iris das Haus. Nach vielen Jahren steht Iris wieder im alten Haus der Großmutter, wo sie als Kind in den Sommerferien mit ihrer Kusine Verkleiden spielte. Sie streift durch die Zimmer und den Garten, eine aus der Zeit gefallene Welt, in der rote Johannisbeeren über Nacht weiß und als konservierte Tränen eingekocht werden, in der ein Baum gleich zweimal blüht, Dörfer verschwinden und Frauen aus ihren Fingern Funken schütteln.
Doch der Garten ist inzwischen verwildert. Nachdem Bertha vom Apfelbaum gefallen war, wurde sie erst zerstreut, dann vergesslich, und schließlich erkannte sie nichts mehr wieder, nicht einmal ihre drei Töchter. Iris bleibt eine Woche allein im Haus. Sie weiß nicht, ob sie es überhaupt behalten will. Sie schwimmt in einem schwarzen See, bekommt Besuch, küsst den Bruder einer früheren Freundin und streicht eine Wand an. Während sie von Zimmer zu Zimmer läuft, tastet sie sich durch ihre eigenen Erinnerungen und ihr eigenes Vergessen: Was tat ihr Großvater wirklich, bevor er in den Krieg ging? Welche Männer liebten Berthas Töchter? Wer aß seinen Apfel mitsamt den Kernen? Schließlich gelangt Iris zu jener Nacht, in der ihre Kusine Rosmarie den Unfall hatte: Was machte Rosmarie auf dem Dach des Wintergartens? Und wollte sie Iris noch etwas sagen?
Iris ahnt, dass es verschiedene Spielarten des Vergessens gibt. Und das Erinnern ist nur eine davon.

Meine Meinung:
Die Sprache der Autorin ist wunderschön und ihre Beschreibungen der Charaktere, der Orte und des Hauses um das es hier geht sehr genau, so dass ich beim Lesen recht schnell Bilder im Kopf hatte.

Die Geschichte plätschert aber eigentlich die ganze Zeit so vor sich hin und einige Stellen fand ich etwas langatmig. Die sehr realitätsnahe Beschreibung von Oma Berthas Demenzerkrankung und deren Verlauf hat mich dann allerdings doch sehr mitfühlen lassen. Iris mochte ich auch von Anfang an sehr gerne und so wollte ich wissen, wie ihre Geschichte endet.

„Der Geschmack von Apfelkernen“ ist eine eher ruhige Liebes- und Familiengeschichte, in der allerdings keine großen Familiengeheimnisse gelüftet werden, vielmehr wird sich mal wieder an sie erinnert.

 

 

Das Wörterbuch der Liebenden von David Levithan

Titel: Das Wörterbuch der Liebenden
Originaltitel: The Lover’s Dictionary
Autor: David Levithan
Seiten: 224
Einband: Taschenbuch
Verlag: List
Erschienen: Februar 2012
ISBN: 978-3548610849
Preis: 8,99€

Klappentext:

Von A wie atemberaubend bis Z wie Zenit – was liegt näher, als die Liebe enzyklopädisch zu erzählen? Diese poetische Manhattan-Love-Story in ungewöhnlicher, verspielter Form ist ein Herzensbuch für jeden, der verliebt ist oder sich verlieben möchte.

Meine Meinung:

Eine Liebesgeschichte in Form eines Wörterbuches, das klang selbst für mich interessant, obwohl ich nicht die große Liebesgeschichten-Leserin bin.

Von A bis Z beschreibt David Levithan hier, mit viel Witz, aber auch unglaublich gefühlvoll, alles über das Kennenlernen, sich verlieben bis hin zu der Problematik, wenn etwas mal nicht so gut läuft. Obwohl dieses Buch kein klassischer Roman ist und Namen hier absolut keine Rolle spielen, war ich sehr schnell drin in der Geschichte. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen und habe es in einem Rutsch durchgelesen, allerdings gab es zu einigen Wörtern auch nicht immer besonders viel zu lesen.

Trotz des recht kurzen Lesevergnügens bietet Das Wörterbuch der Liebenden genug Stoff zum darüber nachdenken… Ich bin begeistert.

Lichtblaue Sommernächte von Emily Bold

Lichtblaue Sommernächte

Titel: Lichtblaue Sommernächte
Autor: Emily Bold
Seiten: 384
Einband: Taschenbuch
Verlag: Ullstein
Erschienen: August 2015
ISBN: 978-3548287065
Preis: 9,99€

Klappentext:

Lauren war sich so sicher, glücklich zu sein. Zusammen mit ihrem Mann Tim und den beiden Kindern wohnt sie in einem süßen, kleinen Haus in Vermont und will sogar ihr Studium wieder aufnehmen. Bis der Schicksalsschlag kommt: Diagnose Hirntumor. Lauren will kämpfen, will nicht aufgeben, will bleiben. Aber die Krankheit ist stärker. Laurens Zustand verschlechtert sich. Kann es nicht auch eine Lösung sein, wenn sie selbst entscheidet, wann sie das Leben loslassen wird?

Meine Meinung:

Als ich das Cover dieses Buches zum ersten Mal sah, dachte ich an eine seichte Liebesgeschichte, die ich mal eben so nebenbei weglesen kann, deshalb habe ich auch gar nicht so besonders viel von dieser Geschichte erwartet. Ich wurde jedoch schon nach ein paar Seiten eines Besseren belehrt und positiv überrascht von Emily Bold. Außerdem lädt das Cover durch die hervorgehobenen Blüten zum Streicheln ein. 😉

Der Schreibstil der Autorin gefiel mir sehr gut. Sehr flüssig, fesselnd und emotional. Die Charaktere sind so toll beschrieben, dass sie mir beinahe real vorkamen und vor allem Lauren ist mir im Laufe der Geschichte schon sehr ans Herz gewachsen.

Überhaupt ist dieses Buch unglaublich emotional, es ist ja auch ein ernstes Thema. Dennoch schafft es Emily Bold dem Ganzen eine gewisse Leichtigkeit zu geben. Die Geschichte wechselt kapitelweise zwischen Vergangenheit und Gegenwart und verknüpft diese ganz wunderbar miteinander.

In diesem Buch werden wirklich sämtliche Emotionen angesprochen… es geht um Verzweiflung, Wut, Trauer, aber auch um Hoffnung und die große Liebe. Und all diese Gefühle konnte ich mit Lauren und ihrer Famile/ihren Freunden durchleben, so sehr hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen.Die Emotionen und Handlungen der Charaktere wirkten auf mich außerdem sehr authentisch und nachvollziehbar.

Die Autorin hat mich hier eine Menge Tränen vergießen lassen, mich aber auch immer wieder zum Schmunzeln und vor allem auch zum Nachdenken über das eigene Leben gebracht. Eine ganz klare Leseempfehlung von mir!

Die letzten Tage von Rabbit Hayes

Rabbit

Titel: Die letzten Tage von Rabbit Hayes
Originaltitel: The last days of Rabbit Hayes
Autor: Anna McPartlin
Seiten: 458
Verlag: rororo
Preis: 12,00€

Klappentext:
Erst wenn das Schlimmste eintritt, weißt du, wer dich liebt.

Stell dir vor, du hast nur noch neun Tage. Neun Tage, um über die Flüche deiner Mutter zu lachen. Um die Hand deines Vaters zu halten (wenn er dich lässt). Und deiner Schwester durch ihr Familienchaos zu helfen. Um deinem Bruder den Weg zurück in die Familie zu bahnen. Nur neun Tage, um Abschied zu nehmen von deiner Tochter, die noch nicht weiß, dass du nun gehen wirst …

Meine Meinung:
Ich liebe das Cover! Es ist ein richtiger Eyecatcher und unglaublich passend.

Die Charaktere sind alle sehr lebendig und authentisch beschrieben und obwohl Rabbit natürlich im Mittelpunkt der Geschichte steht, lernt man ihre Familienangehörigen wirklich gut kennen und erfährt so einiges aus der Familienvergangenheit. Ich hatte bereits nach kürzester Zeit das Gefühl, die Familie Hayes tatsächlich zu kennen und obwohl ich alle Familienmitglieder sehr sympathisch finde, liebe ich vor allem Rabbits Mutter Molly. Sie redet wie ihr der Schnabel gewachsen ist und ist eine wahre Kämpfernatur.

Der Schreibstil von Anna McPartlin ist außerordentlich humorvoll, bildhaft und emotional, aber niemals kitschig.
Sie hat es mit der Geschichte um Rabbits letzte Tage geschafft, mich von der ersten Seite an in ihren Bann zu ziehen und mich emotional auf eine Berg- und Talfahrt zu schicken. So konnte ich in vielen Situationen herzhaft lachen, viele Male mitfühlen, zu Tränen gerührt sein und einige Male hemmungslos weinen.
Besonders schön finde ich, dass das Hauptaugenmerk auf dem Familienzusammenhalt liegt und gezeigt wird, wie wichtig Liebe, Familie und Freundschaft im Leben sind.

Dieses Buch hat mich tief berührt und ein außergewöhnliches Leseereignis dargestellt. Definitiv eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe.