Gedankengedöns

Mein ganzes Leben habe ich mir den Kopf darüber zerbrochen, was andere wohl von mir denken.

Ich habe mich verbogen, um zu gefallen… nicht aufzufallen, weder negativ noch positiv. Wieviel Zeit meines Lebens habe ich mich nicht getraut, ich selbst zu sein…

Niemals hat jemand gesagt, dass ich gut bin wie ich bin. Gut genug. Ich war immer zu dick, zu unsportlich, zu unsicher, zu still…

Aber wie sollst du denn mutig genug sein, du selbst zu sein, wenn das was du bist, in den Augen der anderen keinen Bestand hat?

Ich habe dazugelernt. Ich bin älter geworden und habe mich selbt gefunden. Was andere denken, ist mir inzwischen (meistens) egal. Ich will mich nicht mehr verbiegen müssen!

Regelmässig unregelmässig

Hallo ihr wundervollen Menschen da draußen! ❤

Wow, kann man bzw. ich eigentlich noch unregelmässiger bloggen? 😉

Es war mir im vergangenen Jahr zwar oft ein Bedürfnis, hier mal wieder vorbeizuschauen, aber dann fehlte mir doch irgendwie die Muße, mich an den Laptop zu setzen. Deshalb habe ich mich mehr auf Twitter konzentriert. Da kann man so schön zwischendurch seine Gedanken rauslassen…

Warum war ich so lange nicht aktiv?

2020 war für uns alle anders und eventuell auch echt beschissen, das ist mir klar. Und auf diese ganze Pandemie-Sache möchte ich hier wirklich nicht eingehen, weil ich wenigstens einen Ort haben möchte, an dem ich mir über all das keine Gedanken machen muss.

Hier hatte ich euch bereits von der Herzerkrankung meines Mannes und von seiner Kündigung erzählt. Die Medikamente brachten nicht den erhofften Erfolg, an der Herzleistung tat sich auch nach 3 Monaten mit der LifeVest gar nichts. Mitte Juni wurde meinem Mann dann also ein Kombigerät aus Herzschrittmacher und Defibrillator implantiert, was alles gut über die Bühne ging und wovon er sich bereits einige Wochen danach erholt hatte.

Weitere 3 Monate später hatte sich seine Herzleistung um magere 7% verbessert. Besser als nichts, aber deutlich zu wenig. Also kam die nächste Nachricht ins Haus geflattert: Mein Mann kann nicht mehr in seinem Beruf arbeiten. Das hat einen wirklich großen Plan von uns ins Aus geschossen und ließ die Zukunftsängste nur noch größer werden. Seit November letzten Jahres hat mein Mann eine neue Perspektive, er macht eine Weiterbildung zum Betriebswirt. Der Weg dahin war lang und voller Hindernisse, aber man merkt, dass es ihm gut tut, wieder eine Aufgabe und ein Ziel vor Augen zu haben. 🙂

Zwischendrin, im Mai, erfuhr ich, dass ich schwanger bin. Die Freude hielt jedoch nicht lange an, gerade einmal knapp 6 Wochen. Ich fiel zurück in mein tiefes, schwarzes Loch und das für eine ziemlich lange Zeit.

Das alles plus die Situation mit den Kontaktbeschränkungen usw. sorgten dafür, dass ich mich ziemlich hängen ließ. Alle Erfolge, die ich abnehmtechnisch erzielt hatte, waren Geschichte. Und es war mir völlig egal in dem Moment… leider. Seit Ende September habe ich versucht viel an mir zu arbeiten. Nicht so sehr an meinem Körper, erstmal an meinem Inneren. Natürlich bin ich auch damit noch lange nicht am Ziel, aber ich habe es geschafft, neuen Mut zu fassen und positiv auf das neue Jahr zu blicken. Aber dazu komme ich ein anderes Mal… 🙂

Hier und jetzt wollte ich einfach erstmal mit dem Jahr 2020 abschließen!

„Alles ok!“ ist meine Lieblingslüge…

Ich neige dazu, zu lügen! Nicht generell, denn eigentlich halte ich eine ganze Menge von Ehrlichkeit, aber als Antwort auf ganz bestimmte Fragen… Fragen, die mein Befinden betreffen. Dann lautet meine Lieblingslüge: „Alles ok“, Alles gut“ oder bei besonders viel Risikobereitschaft meinerseits sogar „Alles bestens!“

Nun ist es allerdings für mich an der Zeit in die Öffentlichkeit zu treten und zuzugeben, dass eben nicht immer alles ok ist, sondern oft einfach nur total beschi…*piep* und ich seit etwas mehr als vier Jahren an Depressionen leide.

Dieser Umstand ist tatsächlich eins meiner bestgehütesten Geheimnisse und bis auf ein paar enge Vertraute weiß niemand davon. Für Bekannte, Arbeitskollegen und sogar meine Familie trage ich immer schön die Maske von der meist lächelnden Mella… ABER viele Stunden des Tages eine Maske zu tragen und ein Schauspiel aufrecht zu erhalten, macht mein Leben noch anstrengender als es duch die Depression sowieso schon ist. Oft hangel ich mich auf der Arbeit von Stunde zu Stunde bis zum Feierabend, um endlich wieder Ich sein zu können.

Ich denke, ich bin jetzt endlich an einem Punkt angekommen, an dem ich mein Ich auch mit depressiven Phasen akzeptieren kann und mir erhoffe, dass auch andere das tun.

Zu diesem Thema noch ein richtig toller Text von Louise Kenn: