Das Rachespiel von Arno Strobel

Das Rachespiel von Arno Strobel

347 Seiten

Fischer Verlag (Januar 2014)

ISBN: 3596196949

Taschenbuch 9,99€*


Inhalt:

»Erfüllst du deine Aufgabe, kommt er frei. Erfüllst du sie nicht, wird er sterben.«
Frank Geissler glaubt an einen Scherz, als er die Website aufruft: Ein Mann, nackt, am Boden festgekettet, in Todesangst. Daneben ein Käfig voller Ratten, unruhig, ausgehungert.
Frank kann den Mann retten, heißt es. Aber nur wenn er Teil des »Spiels« wird und seine erste Aufgabe erfüllt. Angewidert schließt er die Website, doch kurz darauf ist der Mann tot. Und Frank beginnt zu zweifeln. Hätte er dem Unbekannten helfen können? Hätte er nicht sofort die Polizei informieren müssen? Aber es ist zu spät. Und nicht nur für den Toten. Auch Frank ist schon mittendrin. Mittendrin in einem Spiel, in dem er einer der Vier ist, einer der vier Kandidaten, für die es um alles geht. Um ihr eigenes Leben. Aber auch um das Leben aller, die ihnen etwas bedeuten …


Meine Meinung:

Mit Das Rachespiel hat mich Arno Strobel doch ziemlich hin- und hergerissen zurückgelassen.

Den Schauplatz, eine verlassene Atombunkeranlage, fand ich nahezu perfekt gewählt für einen Psychothriller. Es ist kalt, dunkel und beängstigend… das schafft eine düstere Atmosphäre. Diese hat der Autor auch wirklich sehr anschaulich beschrieben.

Die Idee, dass ein Killer irgendwelche kranken Psychospielchen mit seinen Opfern spielt, ist natürlich schon lange nichts neues mehr, aber in der Regel kann ich mich für Geschichten dieses Schemas immer wieder von neuem begeistern. Zu Beginn des Buches war ich wirklich begeistert von den Geschehnissen und fand es spannend, aber im Verlauf der Story wurden das Handeln der einzelnen Charaktere leider doch sehr vorhersehbar und mein Interesse ließ deutlich nach. Interessant fand ich jedoch die Rückblenden in die Jungend der Clique durch die man animiert wurde, Vermutungen für das Hier und Jetzt anzustellen.

Zum Ende hin kommt es dann nochmal zu einem Überraschungsmoment, der für ordentlich Spannung sorgt, aber für mich persönlich kam das Ende dann schon ein wenig zu abrupt.

Insgesamt kein schlechter Psychothriller, der sicher noch unterhaltsamer ist, wenn man noch nicht ganz so viele Bücher dieser Art gelesen hat.


Der Autor:

Arno Strobel liebt Grenzerfahrungen und teilt sie gern mit seinen Leserinnen und Lesern. Deshalb sind seine Thriller wie spannende Entdeckungsreisen zu den dunklen Winkeln der menschlichen Seele und machen auch vor den größten Urängsten nicht Halt.
Seine Themen spürt er dabei meist im Alltag auf und erst, wenn ihn eine Idee nicht mehr loslässt und er den Hintergründen sofort mit Hilfe seines Netzwerks aus Experten auf den Grund gehen will, weiß er, dass der Grundstein für seinen nächsten Roman gelegt ist. Alle seine bisherigen Thriller waren Bestseller.
Arno Strobel lebt als freier Autor in der Nähe von Trier.

Blood & Roses von Callie Hart

Blood & Roses – Buch 1 von Callie Hart

170 Seiten

Festa Verlag (Dezember 2018)

ISBN: 3865527116

Taschenbuch 13,99€*


Klappentext:

Ich bin nicht stolz auf die Dinge, die ich getan habe. Doch ich musste Alexis finden. Ich wäre sogar bereit gewesen, für meine Schwester zu sterben.
Alexis war schon seit sechs Monaten verschwunden. So viele endlose, verzweifelte Tage. Dann traf ich Zeth Mayfair, einen der gefährlichsten Männer Seattles. Er erledigt seine dubiosen Aufträge ohne Gewissensbisse.
Ich hätte Angst vor Zeth haben sollen, aber als er mir seine Hilfe anbot, konnte ich unmöglich ablehnen. Dieser skrupellose Mann war meine letzte Hoffnung.
Nein, ich bin nicht stolz auf die Dinge, die ich getan habe …
Zeth: ‚Ihr Name ist Sloane Romera. Sie will, dass ich ihr Held bin, aber ich bin kein guter Mann. Ich bin ihre Verdammnis.‘


Meine Meinung:

Dark Romance und Festa Verlag – beides genau mein Ding. Und die Cover der Blood & Roses Reihe von Callie Hart sind so schön, dass ich trotz des recht ordentlichen Preises von 13,99€ die Taschenbuch-Ausgabe dem eBook vorzog.

Die Geschichte wird in abwechselnden Kapiteln sowohl aus der weiblichen (Sloane) als auch aus der männlichen (Zeth) Perspektive erzählt, was ich ganz schön fand. Ganz am Anfang war mir Zeth nämlich ein klein wenig unsympathisch, aber durch seine Kapitel und die damit verbundenen Einblicke in seine Gefühlswelt änderte sich das im Laufe der Geschichte.

Der Schreibstil der Autorin ist packend und lässt sich flüssig weglesen. Man spürt regelrecht die sexuelle Spannung zwischen Sloane und Zeth, denn zwischen den beiden knistert es gewaltig. 😉

Die erotischen Szenen sind teilweise etwas härter, Dark Romance halt, wirken aber nie vulgär. Das hat die Autorin wirklich gut hinbekommen und einen tollen Auftakt geschrieben, der mich dazu veranlasste, gleich die Folgebände zu kaufen. Band 2* und 3* habe ich bereits gelesen und war ebenso begeistert.


Die Autorin:

Callie Hart ist die US-Bestsellerautorin der BLOOD & ROSES-Serie, die zurzeit in mehrere Sprachen übersetzt wird.
Nachdem sie sieben Jahre in Australien gelebt hat, wohnt Callie nun in Los Angeles. Sie wandert gerne, verbringt viel Zeit am Strand und besucht oft Yoga-Kurse.

Die spannende Welt der Viren und Bakterien

Titel: Die spannende Welt der Viren und Bakterien

Autoren: Karsten Brensing und Katrin Linke

Seiten: 187

Verlag: Loewe (Januar 2021)

ISBN: 3743209748

Gebundene Ausgabe 16,95€*


Klappentext:


Meine Meinung:

Für Kinderbücher ist man nie zu alt und wenn sie dann auch noch so informativ und unterhaltsam sind, wie dieses Buch von Karsten Brensing und Katrin Linke, macht das Lesen gleich noch mehr Spaß.

Besonders begeistert war ich von den vielen schönen Illustrationen, die das Geschriebene wirklich toll darstellen und greifbarer machen. Auch die zahlreichen Infokästen und Experimente waren überaus interessant. Es wird zwar auch immer mal wieder Bezug auf Corona genommen, aber es wird nicht zum Hauptthema gemacht, worüber ich sehr froh war.

Ingesamt ist die Sprache leicht verständlich, es kommen aber natürlich immer wieder Fachbegriffe darin vor. Diese wurden aber zum Großteil im Glossar, das hinten im Buch enthalten ist, gut erklärt.

Ob zum Vorlesen oder selbst lesen für etwas ältere Kinder oder Erwachsene – von mir bekommt das Buch eine ganz große Empfehlung.


Die Autoren:

Dr. Karsten Brensing hat in Kiel Meeresbiologie studiert. Später hat er in Florida und Israel die Interaktion zwischen Delfinen und Menschen erforscht und 2004 an der Freien Universität in Berlin seine Doktorarbeit abgeschlossen. Im Anschluss daran war er 10 Jahre lang Wissenschaftlicher Leiter des Deutschlandbüros der internationalen Wal- und Delfinschutzorganisation WDC. Seither arbeitet er selbstständig als Berater und Autor.
Er hat bisher drei erfolgreiche Bücher über das Denken und Fühlen von Tieren geschrieben und als Berater für das Umweltministerium, die Europäische Kommission und Umweltschutzorganisationen gearbeitet. Er ist Mitgründer der wissenschaftlich arbeitenden Tierschutzinitiative „Individual Rights Initiative“ (IRI.world).

Katrin Linke studierte Medizin und Biologie. Sie arbeitet als freie Fernsehjournalistin für Wissensformate der ARD, Arte und des Hessischen Rundfunks. Mit Eine Liebe ohne Grenzen – Unsere Flucht aus der DDR, das 2019 im Lübbe Verlag erschien, hatte sie ihr Debüt als Buchautorin.

Mortal Engines – Krieg der Städte

Titel: Mortal Engines – Krieg der Städte

Autor: Philip Reeve

Seiten: 336

Verlag: Fischer Tor

ISBN: 3596702127

Reihe: Mortal Engines, Band 1

Taschenbuch 12,00€*

Klappentext:

„Es war ein dunkler, böiger Nachmittag im Frühling, und im ausgetrockneten Bett der Nordsee eröffnete London die Jagd auf eine kleine Schürferstadt.“

Auf einer postapokalyptischen Erde in der fernen Zukunft haben sich die Städte, angetrieben von gigantischen Motoren, in Bewegung gesetzt. Und sie machen Jagd aufeinander.

„Mortal Engines – Krieg der Städte“ ist der Auftaktband zu Philip Reeves monumentaler Fantasyserie voller Luftschiffe und Piraten, Kopfgeldjäger und Aeronauten – und fahrender Städte.


Meine Meinung:

Gekauft habe ich dieses Buch aufgrund des Covers, welches ich großartig finde und aus dem ich schloss, dass die Geschichte genau mein Ding sein könnte. Leider konnte das Buch meine Erwartungen dann aber nicht erfüllen.

Am Anfang hatte ich, ehrlich gesagt, ganz schön Probleme mich überhaupt in dieser merkwürdigen, neuen Welt zurechtzufinden. Man wird nämlich direkt in die Geschichte hineingeworfen. Dann kamen noch ein Haufen komische Namen dazu, was die Sache auch nicht gerade einfacher machte.

Die Idee mit den fahrenden Städten fand ich unglaublich interessant, aber an manchen Stellen passiert so viel so schnell hintereinander, dass die Geschichte gar keine Zeit hat sich zu entwickeln, so werden z.B. Gespräche in 2 – 3 Sätzen abgehandelt und beendet.

Der Schreibstil ist ziemlich einfach und flüssig, baut aber nur wenig bis gar keine Tiefe auf. Ebenso bleiben die Figuren doch ziemlich auf der Strecke und so konnte ich zu keinem der Charaktere, die einfach blass und teilweise sehr naiv wirken, so richtig Zugang finden.

Irgendwie blieb nach dem Lesen das Gefühl bei mir hängen, dass die Geschichte einfach so an mir vorbeigezogen ist und viele Details gar nicht hängen geblieben sind. Trotz der tollen Idee hat die Umsetzung für mich einfach nicht funktioniert und ich werde die Reihe wohl nicht weiter verfolgen.


Der Autor:

Philip Reeve ist seit vielen Jahren erfolgreicher Autor und Illustrator. Die insgesamt acht Mortal-Engines-Bücher (das Mortal-Engines-Quartett, drei Prequels und ein Band mit Erzählungen) stellen sein vielfach ausgezeichnetes Hauptwerk dar. Zusammen mit seiner Frau Sarah und seinem Sohn wohnt er im Dartmoor National Park, Südengland.

Anne auf Green Gables von Lucy Maud Montgomery

Titel: Anne auf Green Gables

Autor: Lucy Maud Montgomery

Seiten: 384

Verlag: Anaconda

ISBN: 3730604023

Gebundene Ausgabe 4,95€*

Klappentext:

Die kleine Anne aus dem Waisenhaus ist begeistert von ihrem neuen Leben auf der Farm Green Gables. Weniger begeistert sind anfangs ihre Adoptiveltern, denn das schmale Wesen mit den roten Zöpfen hat eine überreiche Fantasie und einen ganz eigenen Kopf – was manche Mitmenschen verstört und andere zunehmend fasziniert. Bald hat dieses Kind die Welt um sich herum für immer verändert. – In Nordamerika wird der bezaubernde Mädchenbuch-Klassiker heiß geliebt. Die schlagfertige Anne war das erklärte Vorbild für Pippi Langstrumpf und entfaltet in dieser Neuübersetzung ihren ganzen Witz und Charme.


Meine Meinung:

Nachdem ich es im letzten endlich geschafft hatte, die Netflix-Serie „Anne with an E“ zu schauen und ich davon doch sehr begeistert war, musste ich anschließend unbedingt das Buch kaufen. Und dann habe ich es auch noch in dieser schönen Ausgabe vom Anaconda Verlag gefunden, von denen ich schon einige in meinem Regal stehen habe.

Besonders toll finde ich die bildhafte Sprache der Autorin und ihre Beschreibungen von Prince Edward Island und vor allem Green Gables. Da möchte man sofort seine Sachen packen und diesem wunderschönen Fleckchen Erde einen Besuch abstatten und selbst alles erkunden, so wie Anne es getan hat.

Ich liebe Annes positive Art mit der sie die Welt sieht, ebenso wie ihren Sprachwitz. Anne hat definitiv Charme und ihre Melodramatik, die vielleicht einige als etwas anstrengend empfinden könnten, finde ich überaus liebenswert. Besonders gern mag ich auch Marilla, auch wenn wir ein paar Seiten brauchten, um miteinander warm zu werden. Anfangs ist sie sehr selbstbeherrscht, aber im Verlauf der Geschichte konnte ich durchaus Humor entdecken.

Begeistern konnte mich auch das für diese Zeit sehr modern dargestellte Frauenbild und die zeitlosen Werte, die das Buch vermittelt.

Dieser Kinderbuchklassiker eignet sich nicht nur hervorragend zum Vorlesen, er kann auch Erwachsenen noch etwas mit auf den Weg geben.


Die Autorin:

Lucy Maud Montgomery wurde 1874 geboren und war eine gefeierte kanadische Kinder- und Jugendbuchautorin. Zeit ihres Lebens veröffentlichte sie zahlreiche Bücher, darunter Romane, Gedichte und Essays. Besonders viel Erfolg hatte sie mit der Reihe rund um das Waisenkind Anne. Der erste Band wurde 1908 veröffentlicht und avancierte sofort zum Bestseller.

Der Geschmack von Apfelkernen von Katharina Hagena

Titel: Der Geschmack von Apfelkernen
Autor: Katharina Hagena
Seiten: 254
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Einband: Taschenbuch
Erscheinungsjahr: 2009
Preis: 9,99€

Klappentext:
Als Bertha stirbt, erbt Iris das Haus. Nach vielen Jahren steht Iris wieder im alten Haus der Großmutter, wo sie als Kind in den Sommerferien mit ihrer Kusine Verkleiden spielte. Sie streift durch die Zimmer und den Garten, eine aus der Zeit gefallene Welt, in der rote Johannisbeeren über Nacht weiß und als konservierte Tränen eingekocht werden, in der ein Baum gleich zweimal blüht, Dörfer verschwinden und Frauen aus ihren Fingern Funken schütteln.
Doch der Garten ist inzwischen verwildert. Nachdem Bertha vom Apfelbaum gefallen war, wurde sie erst zerstreut, dann vergesslich, und schließlich erkannte sie nichts mehr wieder, nicht einmal ihre drei Töchter. Iris bleibt eine Woche allein im Haus. Sie weiß nicht, ob sie es überhaupt behalten will. Sie schwimmt in einem schwarzen See, bekommt Besuch, küsst den Bruder einer früheren Freundin und streicht eine Wand an. Während sie von Zimmer zu Zimmer läuft, tastet sie sich durch ihre eigenen Erinnerungen und ihr eigenes Vergessen: Was tat ihr Großvater wirklich, bevor er in den Krieg ging? Welche Männer liebten Berthas Töchter? Wer aß seinen Apfel mitsamt den Kernen? Schließlich gelangt Iris zu jener Nacht, in der ihre Kusine Rosmarie den Unfall hatte: Was machte Rosmarie auf dem Dach des Wintergartens? Und wollte sie Iris noch etwas sagen?
Iris ahnt, dass es verschiedene Spielarten des Vergessens gibt. Und das Erinnern ist nur eine davon.

Meine Meinung:
Die Sprache der Autorin ist wunderschön und ihre Beschreibungen der Charaktere, der Orte und des Hauses um das es hier geht sehr genau, so dass ich beim Lesen recht schnell Bilder im Kopf hatte.

Die Geschichte plätschert aber eigentlich die ganze Zeit so vor sich hin und einige Stellen fand ich etwas langatmig. Die sehr realitätsnahe Beschreibung von Oma Berthas Demenzerkrankung und deren Verlauf hat mich dann allerdings doch sehr mitfühlen lassen. Iris mochte ich auch von Anfang an sehr gerne und so wollte ich wissen, wie ihre Geschichte endet.

„Der Geschmack von Apfelkernen“ ist eine eher ruhige Liebes- und Familiengeschichte, in der allerdings keine großen Familiengeheimnisse gelüftet werden, vielmehr wird sich mal wieder an sie erinnert.

 

 

Wahnsinn von Jack Ketchum

Titel: Wahnsinn
Autor: Jack Ketchum
Seiten: 352
Verlag: Heyne Hardcore
Einband: Taschenbuch
Erschienen: November 2009
Preis: 8,95€

Klappentext:

Schon bald nach ihrer Hochzeit entdeckt Liddy die sadistische Ader ihres Mannes Arthur. Nach der Geburt ihres Sohnes gerät er zunehmend außer Kontrolle. Er verletzt Liddy, schlägt und missbraucht sie. Um ihres Kindes willen erträgt sie zunächst schlimmste Demütigungen. Doch dann begreift Liddy, wie wahnsinnig Arthur tatsächlich ist, und nimmt den ungleichen Kampf auf.

Sie informiert die Polizei und reicht die Scheidung ein. Arthurs Anwälten gelingt es jedoch, Liddy als nicht zurechnungsfähig hinzustellen. Während Liddy um ihr Sorgerecht kämpft, werden weibliche Leichen gefunden, die Opfer eines äußerst brutalen Serienkillers.

Meine Meinung:

Als großer Fan von Jack Ketchums Werken musste ich natürlich auch „Wahnsinn“ unbedingt lesen und ich muss sagen, dass dieses Buch mit seinem psychologischen Horror für mich ebenso erschreckend ist wie Ketchums Werk „Evil“.

Mit den Themen häuslicher Gewalt und Kindesmissbrauch ist „Wahnsinn“ keine leichte Kost und sicher nichts für zartbesaitete Gemüter, da Ketchum hier kein Blatt vor den Mund nimmt und meiner Meinung nach alles sehr realitätsnah beschreibt.

Ich glaube, ich habe selten ein Buch gelesen, das mich emotional so mitgerissen hat wie dieses hier. Die Anhäufung von so viel Gewalt hat mich richtiggehend wütend gemacht und vor allem beim Lesen der letzten Seiten hatte ich einen dicken Kloß im Hals.

Der Titel „Wahnsinn“ hätte kaum besser gewählt werden können, denn er beschreibt den Inhalt des Buches absolut treffend.

Return Man von V. M. Zito

return man

Titel: Return Man
Autor: V.M. Zito
Seiten: 544
Verlag: Heyne
Einband: Taschenbuch
Erschienen: Februar 2013
Preis: 8,99€

Inhalt:

Er geht dahin, wo die Toten sind

Die Welt ist nicht mehr dieselbe: Horden von Untoten haben die USA überrollt, und das Land ist nun aufgeteilt in den Osten, wo sich die letzten lebenden Menschen verschanzt haben, und den Westen, wo die Zombies Jagd auf Menschenfleisch machen. Nur ein Mann wagt es noch, in die verseuchten Gebiete zurückzukehren, um im Auftrag der Lebenden ihren untoten Verwandten die letzte Gnade zu erweisen und Spezialeinsätze im Land der Toten auszuführen: Henry Marco. Dies ist seine Geschichte…

Meine Meinung:

Um es gleich vorweg zu nehmen: Wow!! 😉

In Return Man wird man als Leser ohne große Umschweife in die von Zombies verseuchten USA katapultiert, welche in die „Sicheren Staaten“ im Osten und den von Zombies besiedelten Westen zweigeteilt ist.

Die Zombies, die der Autor hier erschaffen hat, finde ich durchaus gelungen und sie wirkten gefährlich. Besonders gut fand ich, dass man von Henry Marcos Aufträge auch viel über deren Hintergrundgeschichte erfährt. Das gibt dem Ganzen mehr Tiefe und rechtfertigt das Töten der Untoten irgendwie. Es geht also um mehr als bloß Zombie Gemetzel, auch wenn natürlich reichlich blutige Szenen vorhanden sind.

Den Schreibstil empfand ich als sehr bildhaft, fesselnd und flüssig zu lesen. Durch die vielen kleinen Details, die man erfährt, konnte ich mir die Reisen und Aufträge des Protagonisten richtig gut vorstellen.
Return Man ist durchweg spannend und macht an einigen Stellen schon ziemlich nachdenklich.
Die Atmosphäre des Buches nahm ich insgesamt als recht trostlos wahr und das Ende konnte ich gut nachvollziehen.

Wer mal ein etwas anderes Zombiebuch, außerhalb des Schemas F, lesen möchte, ist mit Return Man sicherlich gut bedient. Eine klare Leseempfehlung von mir.

Bewertung:

★★★★★

Fledermausland von Oliver Dierssen

Titel: Fledermausland
Autor: Oliver Dierssen
Seiten: 448
Verlag: Fischer
Einband: Taschenbuch
Erschienen: Juni 2015
Preis: 14,99€

Inhalt:

Sind Sie schon einmal nackt einer Fledermaus begegnet?

Wohl nicht, oder? Sebastian Schätz allerdings hat dieses zweifelhafte Vergnügen. Und das ist nur eines von vielen Problemen, mit denen er sich herumschlagen muss: Bei Kim, dem Mädchen, in das er sich verliebt hat, kommt er nicht richtig weiter. In seiner Küche hat sich ein ungebetener Gast breitgemacht. Und dann wird er auch noch von einer Bande von Zwergen heimgesucht.
Kann es noch schlimmer kommen?
Ja, es kann.
Willkommen im Fledermausland!

Meine Meinung:

Ein Buch, das in Hannover spielt? Mit Vampiren und Fledermäusen? Das musste ich natürlich lesen!

Ganz neu ist die Idee von der Stadt unterhalb einer Stadt natürlich nicht, Oliver Dierssen konnte mich aber dennoch gut unterhalten. Ein paar kleine Längen gab es zwar zwischendrin schon und ein paar Mal hatte ich das Gefühl den roten Faden irgendwie aus den Augen verloren zu haben, aber das legte sich jedes Mal recht schnell wieder.

Der flüssige und humorvolle Schreibstil mit einer ordentlichen Portion Ironie und Sarkasmus konnte mich allerdings von Anfang an begeistern, so dass ich das Buch innerhalb eines Wochenendes durch hatte und mich durchaus einige Male grinsen liess.

Den Protagonisten Sebastian empfand ich zwar anfangs etwas fad, leichtgläubig und unsympathisch, aber mit jeder weiteren Seite wurde er mir sympathischer und und ich empfand ihn als wunderbar chaotisch.

Ein unterhaltsamer, etwas anderer Fantasyroman, der gut dazu geeignet ist „mal eben zwischendurch“ gelesen zu werden.

Meine Bewertung:

★★★☆☆

Haifischfrauen von Kiana Davenport

Titel: Haifischfrauen
Autor: Kiana Davenport
Seiten: 672
Verlag: Knaur
Einband: Taschenbuch
Erschienen im November 1996
Preis: gebraucht ab etwa 0,50€

 

Inhalt:

Vier Frauen, vier Cousinen, auf den Spuren ihrer Vergangenheit – verborgen auf Hawaii, der Insel ihrer Vorfahren. Was ihre Großmutter Pono dazu bewogen hat, sie zu sich zu rufen, können sich die Cousinen zunächst nicht erklären. Doch langsam beginnen sie zu ahnen, dass es mit dem Geheimnis zu tun hat, das Ponos ganzes Leben bestimmte: eine große Liebe, die an einer schrecklichen Krankheit zu zerbrechen drohte und doch alles überdauerte. Und auch diese Geschichte begann einst jenseits des Riffs an einem Strand …

Meine Meinung:

Haifischfrauen war ein Spontankauf, da es auf Hawaii spielt, was ich sehr interessant fand. Anfangs war ich ganz und gar nicht begeistert von dem Buch und musste mich durch die ersten etwa 100 Seiten etwas durchquälen. Es kommen halt sehr viele Personen und auch Zeitsprünge darin vor. Dann war ich aber endlich in der Geschichte angekommen und ich wollte wissen, wie es weitergeht, auch wenn es im Verlauf der Geschichte ab und zu nochmal etwas langatmig wurde.

Den Schreibstil der Autorin mochte ich gerne, aber schnell weglesen lässt sich dieses Buch nicht. Dafür ist der Erzählstrang viel zu umfangreich. So geht es neben der Familiengeschichte mit viel Liebe und Leid, auch um die Geschichte von Hawaii und dessen Kultur und Mystik. Leider waren die Themen, die ich wirklich interessant fand, meist recht schnell abgehandelt.

Für Leser, die gerne mal ein Familienepos lesen, ist es bestimmt empfehlenswert, von mir bekommt das Buch leider „nur“ 3 Sterne.